In seiner Festrede bedankte sich Hesel bei den Schülerinnen undSchülern und ihren Eltern für das jahrelange Engagement. Jetztstelle sich die Frage: "Was eigentlich anfangen mit dem weiteren Leben?"Viele "Abis" hätten das für sich schon geklärt, Uni oderLehrstelle seien ausgewählt. Andere bräuchten sicher noch etwasZeit. Für alle aber sei es wichtig, sich die Frage zu stellen, obes nur ums Geldverdienen in einem Beruf gehe oder um mehr. Kreativitätin Kunst und Musik, Literatur und Geschichte sollten wichtige Bausteinenfür das weitere Leben der Abiturienten sein, sagte Hesel.
In der Schulzeit hätten die Schüler gelernt, wie der Menschseine Umwelt zerstöre: "Setzen Sie sich dafür ein, dass wir Menschenverträglich mit ihr umgehen", gab er ihnen mit auf den Weg. Sozialesoder politisches Engagement wünschte sich Hesel ebenfalls von seinenehemaligen Schützlingen, und dass alte Traditionen und Werte nichtum jeden Preis festgehalten, aber vor allem auch nicht achtlos überBord geworfen würden. "Was immer Sie später tun, werden Sie keinFachidiot, bleiben Sie umfassend Mensch, der weiss, dass er nicht allesallein schaffen kann und dennoch seine ganze Person mit ihren Fähigkeitenzur Freude und zum Wohl für sich und andere einsetzt."
Mit stehenden Ovationen bedankten sich die Abiturienten bei ihrem Schulleiterund verglichen ihn dann in ihrer Schülerredemit dem biblischen Noah. Noah habe seine Arche nicht mit Tieren, sondernmit Schülerinnen und Schülern bestückt, trugen Jan Berger,Nils Kohn und Nina Höning vor. Nach einer langen Fahrt durch ruhigesund schweres Fahrwasser seien nun alle gemeinsam an ihrem Ziel angekommen.
Elternratsvorsitzender Henschel verglich die Schulzeit mit einem trübenTeich des Wissens, in dem die Abiturienten stets nach einem LichtblickAusschau gehalten hätten. Dieser Lebensabschnitt des Lernens sei nunvorbei, es folgten aber immer wieder neue. Wichtig sei es, Ziele zu habenim Leben. Jahrgangstutorin Elke Ihler und Schuldirektor Wilhelm Hesel überreichtendann die Abiturzeugnisse. Iris Gregorzuk (Durchschnittsnote 1,4), NinaHöning (1,6) und Oliver Macke (1,6) wurden als jahrgangsbeste Abiturientengeehrt. Schülersprecher Tim Jungeblut wurde von Wilhelm Hesel alsbesonders engagiert für seine Mitschüler geehrt, als bester Chemikerdes Jahrgangs erhielt Siegfried Lünnemann eine Auszeichnung.
Mit etwas Wehmut überreichte Wilhelm Hesel dann Christina Wunrauals letzte Abiturientin des Jahrgangs 1999 ihr Reifezeugnis. In 140 JahrenSchulgeschichte bis zu seinem Amtsantritt 1973 habe es beim Windthorst-Gymnasium3014 Abiturientinnen und Abiturienten gegeben, erklärte Hesel. Seitdemhabe er diese Zahl beinahe eingeholt: "Christina Wunrau ist die 2866. unddamit letzte Abiturientin meiner Dienstzeit. Die hohe Zahl ist aber nichtmein Verdienst, sondern Folge einer stetig verbesserten Bildungspolitikin Deutschland."
(Dem Artikel folgt eine Liste der Abiturienten, die allerdings aufgrund des "Portraits" nicht mit übernommen wurde. Div. Rechtschreibfehler wurden korrigiert. Original-Artikel entnommen aus Meppener Tagespost, Dienstag, 6. Juli 1999)