Politik-LK-Bericht

oder:

"Das WGM Verteidigungsbündnis"

Es sah alles nach zwei wunderschönen Politik-LK-Jahren aus. Es herrschte eine harmonische Stimmung und alle Teilnehmer waren hoch motiviert. Doch dann geschah etwas, das die Motivation des gesamten Kurses um Jahre zurückwarf. Es war schlimmer als die wirtschaftliche Krise in Rußland: Kurz nach Beginn der ersten Politik-Unterrichtseinheit fiel die Tür auf und plötzlich standen 5 gestriegelte, polundertragende Maristen im Raum. Ihr Auftrag war es, die Arbeitsmoral der ehrlichen WGM-Politik-LK-Schüler durch dümmliche Fragen zu eliminieren.

Anfangs schienen "Herzklopfen-Heiner" und seine 4 Komplizen des feindlichen Gymnasiums ihr Ziel schnell zu erreichen, doch durch gezielte Rückschläge konnte ein Zerbrechen unserer Front abgewehrt werden. Diese erfolgreichen Abwehraktionen schweißten uns zu einem Verteidigungsbündnis zusammen, das es sich zum Ziel gesetzt hatte, die aggressive Front der Maristen zu spalten.

Generalsekretär Dralle führte die Bewegung an und stellte sein fundiertes Fachwissen zur Verfügung. Er klärte uns über unsere diplomatischen Möglichkeiten auf und besänftigte den militärischen Anführer Glöckner, der versuchte, ein rasches Ende des Konflikts herbeizuführen, indem er gnadenlose Angriffe auf einzelne Gegenspieler veranlaßte. Generalsekretär Dralle konnte uns langfristig jedoch nicht von den friedlichen Mitteln der Konfliktbeseitigung überzeugen.

Folglich mußte er von seinen Vorstellungen eines "Blauhelm-Einsatzes" zur Bildung einer Pufferzone zwischen dem Marianum und dem WGM ablassen. Es waren nun andere Mittel zur Beendigung des Konflikts gefragt. Das Verteidigungsbündnis verlangte nach klaren Verhältnissen. Generalsekretär Dralle reagierte prompt und klärte uns über das Instrument der Waffengewalt auf. In zahlreichen Referaten und Protokollen diskutierten wir nun verschiedene Lösungsansätze, die jedoch aufgrund unseres geringen Etats nicht realisierbar waren.

Währenddessen verschärften die Maristen ihren Kurs, indem sie zunehmend dümmer werdende Fragen in den Raum stellten. Generalsekretär Dralle war sich nun sicher, daß nur eine schnelle Gegenreaktion diese Auseinandersetzung beenden könne. Er sorgte dafür, daß die Maristen ihre Sitzverteilung auf ein Viertel des Raumes begrenzen mußten, um eine Einkreisung des Verteidigungsbündnisses zu verhindern und die Angreifer in die Enge zu treiben. Diese Maßnahme erzielte jedoch nicht die gewünschte Wirkung, denn die Maristen waren fest entschlossen und zu jeder Tat bereit.

Nun kam Dralle unter Zeitdruck, denn die zwei Jahre seiner Amtszeit neigten sich dem Ende zu. Atomwaffenexpertin Mohr wurde zunehmend unruhiger, hatte ihren Finger am Auslöser, stellte dem Generalsekretär ein Ultimatum und erhöhte somit den Druck auf den Vorstand. Unser bis dahin ruhig agierende Leiter verlor daraufhin die Kontrolle, verschaffte sich lautstark Luft, faßte einen vorzeitigen Rücktritt ins Auge und verließ die Versammlung frühzeitig.

Nachdem Waffenexpertin Mohr von ihren Atomangriff abließ, kehrte der Generalsekretär zurück und hatte sogar einen neuen Plan im Gepäck. Es handelte sich nicht um ein Vorgehen mittels Waffengewalt, da er seinerzeit von der Bundeswehr befreit wurde und somit nur geringe Kenntnis
se im Umgang mit Waffen vorweisen konnte. Es war vielmehr ein gezieltes Ausnutzen von Schwächen der Angreifer.

Somit rettete Generalsekretär Dralle das WGM-Verteidigungsbündnis und vermittelte gleichzeitig politisches Fachwissen. Das Happy End wurde gebührend bei einem Becher Spaghettieis gefeiert.

Für diese Erfahrung und die kompetente Leitung unserer Leistungsgruppe bedankt sich hiermit der Politik-LK von 1997-1999 bei Herrn (Generalsekretär) Dralle!