Und Gott wollte es vierzig Tage und vierzig Nächte lang regnen
lassen, um die Physik vom Erdboden zu tilgen. Doch der Wetterkundige Rojahn
bemerkte SEIN Vorhaben zwei Jahre im Voraus und versuchte, eine Arche
zu schaffen, um die Physik zu retten.
Das Rettungsteam, das sich daraufhin meldete, setzte sich aus 2 * 101 mehr oder weniger frei- und lernwilligen Schülern der Physik zusammen, die er erst einmal an einer Modellarche (Lernkontrolle) testen wollte. Nach katastrophalen Ergebnissen fing der Retter der Physik an, an dem Team zu zweifeln, doch es fehlte die Zeit, sich ein neues zu suchen. Es blieb ihm nur übrig zu hoffen, dass die Regenfälle auf sich warten lassen würden und mit den Stärken und Schwächen der Teammitglieder zu leben: Vier der Mitglieder waren auf Kartenlegen spezialisiert und blickten in den Fünfminutenpausen in die Zukunft und bestimmten den exakten Zeitpunkt des Unwetters. Parallel dazu versuchte Tobias B. anhand von zu zeitintensiven Wetterbeobachtungen den Zeitpunkt meteorologisch zu bestätigen, weshalb er sich des öfteren den Unmut des Retters zuzog. Siegfried L. schließlich stimmte uns mit einer Simulation des Wellenganges auf seinem Stuhl auf das bevorstehende Ereignis ein.
Nach einer einjährigen Planungszeit wurde es nötig, eine Pause einzulegen, um die Arbeitsmoral zu erhöhen. Also beschloss man, Zirkel und Lineal beiseite zu legen und nach Berlin zu reisen. Dort gab es Wunder wie unterirdische Kutschen, die wir nach Gebot des Retters nur legal benutzen durften ("Wenn jemand glaubt, schwarzfahren zu müssen, kann er das gerne machen, aber dann tue ich so, als ob ich euch nicht kenne!"). Bei der Fahrkartenkontrolle stellte sich allerdings heraus, dass wir jegliche Kenntnis seiner Existenz leugnen mussten, da er als einziger die Fahrkarte nicht hat abstempeln lassen. In der Stadt der Wunder bekamen wir zahlreiche Anschauungsbeispiele wie Führungen durch den Sender Freies Berlin, der über große Entfernungen lautlos trommeln kann, durch das Osram-Werk, das Feuer in Glas verpacken und nach belieben aufleuchten lassen kann und durch das dortige Technikmuseum, das den bescheidenen Fortschritt der Technik seit Adam und Eva festhielt. Wir mussten allerdings enttäuscht feststellen, dass keiner Erfahrung im Bau von Archen hatte. Als dann Michael C. uns einer göttlichen Vision folgend im Schlaf die Zeit sagte, wussten wir, dass wir mit der Arbeit fortfahren mussten. Auch eingehende Kontakte mit anderen dortigen Besuchern ("Pilsator"-trinkenden Metzgergesellen) legten uns nahe, die Stadt auf schnellstem Wege (z.B. durch das Fenster) zu verlassen.
Zurück zu Hause zogen bald die ersten Wolken auf und unser Wissen musste mit Hilfe eines Vorbereitungstests (Abivorklausur) auf die Probe gestellt werden. Er überzeugte uns (fast) von unserem Können und der große Tag konnte kommen! Bei der Überprüfung der Elektrik schaffte Bernd S. es zwar noch, das verpackte Feuer zu löschen, aber die Mängel wurden im Nu beseitigt.
Anfang Mai begannen dann tatsächlich die Regenfälle, und wir versammelten uns in der Arche. Der Reaktor summte, die Triebwerke zündeten (wo kamen die her?!?), und wir merkten plötzlich, dass wir statt einer Arche eine Raumstation gebaut hatten, um dem Regen KOMPLETT zu entgehen. ...
P.S.: "Herr Rojahn, wie kommen wir hier wieder runter?"